stärkere Selbstversorgung dank Agrarökologie
Dieses neue Projekt im Tschad wurde im Juni 2025 ins Leben gerufen. Es zielt darauf ab, die Widerstandsfähigkeit der Kleinbauern in der Provinz Mandoul im Süden des Landes an der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik zu stärken. Die Bevölkerung dieser Region ist, wie an vielen Orten im Tschad, mit einer Verschlechterung der Bodenqualität konfrontiert, die auf den Druck durch menschliche Aktivitäten, vor allem den Baumwoll-Monokulturanbau, zurückzuführen ist.
Das Projekt in Kürze
BEREICHE
Landwirtschaft
Status
Laufend
ZEITDAUER
01.01.2025 – 31.12.2026
Finanzierung
Private Spenden
Budget
CHF 25'000.--
Begünstigte
100
Beschreibung
Dies führt zu einer Erschöpfung der Böden, während die Erträge aus diesem Anbau verschwindend gering sind und es den Kleinbauern nicht ermöglichen, Investitionen zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit zu tätigen. All diese Probleme in Verbindung mit den Auswirkungen des Klimawandels schwächen die agro-pastoralen Produktionssysteme und führen zu Ernährungsunsicherheit, Unterernährung und einer geringen Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung.
Diese Region befindet sich zudem in einer kritischen humanitären Lage teilsbedingt von der grossen Anzahl Flüchtlinge aus Zentralafrika. Diese Situation wurde durch die Überschwemmungen von 2024 verschärft, die der Bevölkerung grossen Schaden zugefügt haben (3’705 Stück Vieh gingen verloren, und schätzungsweise 20 % der Bevölkerung befinden sich in einer kritischen Phase der Ernährungsunsicherheit). Das Projekt gliedert sich in zwei Schwerpunkte: die unmittelbare humanitäre Hilfe in Form von Lebensmittelverteilungen sowie die Förderung einer umweltfreundlichen und wirtschaftlich tragfähigen Landwirtschaft (Schulungen zu agroökologischen Praktiken) für bessere Erträge. Der Verein „Raps“ (Réseau d’action de partage et de solidarité pour le développement) mit Sitz in Koumra ist unser lokaler Partner für dieses Projekt.
Ziele
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Wiederherstellung der Bödenfruchtbarkeit durch einen ganzheitlichen Ansatz und die Förderung agroökologischer Praktiken.
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Stärkung klimaresilienter Produktionssysteme in der Provinz Mandoul.
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Förderung einer klimaresilienten Landwirtschaft.
Aktivitäten
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Ermittlung von Menschen in Notsituationen.
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Verteilung von Lebensmitteln und Grundausrüstung.
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Schulung von 10 Modelbauern und 30 Landwirtinnen und Landwirten in agroökologischer Landwirtschaft.
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Workshop zur Zusammenstellung bewährter, widerstandsfähiger landwirtschaftlicher Praktiken.
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Einrichtung und Betreuung von 2 Schulgärten.
Zeugnisse
„Hier in Mandang weiss jeder, dass das Leben für eine Frau in meinem Alter (95 Jahre) schwer geworden ist. Meine Kräfte haben mich verlassen, und meine Kinder sind weggegangen, um anderswo Arbeit zu suchen. In diesem Jahr war mein kleiner Vorratsspeicher schon lange vor den ersten Regenfällen leer.
Ich verbrachte meine Tage damit, Wildkräuter zu sammeln und die Nachbarn um ein paar Reste zu bitten. Aber in der Hungerperiode fehlt es hier im Dorf allen an allem. Oft schlief ich mit leerem Magen ein, voller Sorge, den nächsten Tag nicht mehr zu erleben.
An dem Tag, als das Projektteam mit dem Lastwagen ankam, glaubte ich, ich träume. Man rief mich bei meinem Namen und überreichte mir diesen halben Sack Sorghum. Für manche ist es nur ein Sack; für mich war es das Leben, das in mein Haus zurückkehrte.
Dieses Sorghum hat mir geholfen, wieder zu Kräften zu kommen. Ich habe wieder genug Energie, um meinen kleinen Garten zu pflegen und nicht mehr aus Schwäche im Bett liegen zu bleiben.
Ich muss nicht mehr jeden Morgen um Hilfe bitten. Dieser Sack hat mir mein Selbstwertgefühl zurückgegeben.
Zu wissen, dass ich für die nächsten Wochen genug zu essen habe, hat mich von einer riesigen Last befreit. Endlich schlafe ich ruhig.
Mein Gebet: Ich kann nicht schreiben, aber mein Herz spricht für mich. Ich danke den Menschen von FH Schweiz, die an uns gedacht haben, die „Vergessenen“ in den Dörfern. Dieser halbe Sack Sorghum war die Brücke, die es mir ermöglichte, die dunkelste Zeit des Jahres zu überstehen. Möge Gott eure Hände segnen, damit ihr anderen alten Müttern helfen könnt, die still leiden."
Ergebnisse
• 120 Menschen in schwerer Ernährungsunsicherheitlage (davon 80 % Frauen) erhielten während der Hungerperiode Lebensmittelhilfen.
• 40 Landwirtinnen und Landwirte wurden in agroökologischen Techniken geschult (Kompostierung, Herstellung biologischer Abwehrmittel, Mulchen, Fruchtfolge und Heckenanbau).
• 10 Modelbauern erhielten Produktionssets: Schubkarre, Giesskannen, Planen.
• 30 Produzenten erhielten Saatgut und Sets zur Herstellung biologischer Abwehrmittel.